Von allem Etwas 30.9.10
Hey wie geht’s? Oder so.
Ich Zerdrücke grade mit dem Daumen Ameisen auf meinem Bildschirm und ärgere mich dann über die hässlichen Flecken…
Mittlerweile merke ich, dass es sich mit der Zeit schwierig gestalten kann regelmäßig Neuigkeiten hoch zu laden, wenn nicht so viel neues Passiert. Ich erzähl mal ein bisschen.
Neulich kamen 3 Nonnen aus Amerika hier an, die wohl hier ein auf unbestimmte Zeit im Projekt bleiben werden. Die haben sich mehr oder weniger Spontan entschlossen auf den Philippinen zu Missionieren als sie eine Anzeige von Pangarap in der Zeitung gesehen haben. Jetzt wohnen sie hier in der Nähe und kommen oft vorbei. Meistens essen wir zusammen mit ihnen und den anderen Mitarbeitern und es ist ganz angenehm ein paar weitere Aliens in seinem Umfeld zu haben.
Zur Arbeit:
Das meiste was ich hier mache, mache ich erst zum ersten oder zweiten mal. Hier helfen, da Zugucken. Z.B. haben wir letztens versucht ein paar Schülern Englisch bei zu bringen, einmal saß ich im Office der Bibliothek und durfte Schulzubehör ausgeben. Letztens haben wir ein paar Müttern geholfen Erdnussbutter zu machen, die dann von hier aus verkauft wird. Von allem ein bisschen eben.
-Update 2.10.10: Gestern wurde mir versichert, dass die Mitarbeiter hier an unserem Wochenplan arbeiten. Rod, der Zuständige für die älteren bis 16 hat etwas von wegen Gitarren kaufen für Gitarren Unterricht gesagt, und er würde dran arbeiten, dass ich Basketball unterrichten kann, Hammer!
2.10.10
Seit gestern morgen regnet es ununterbrochen. Trotzdem war gestern ein super Tag!
Also morgens um 8 Uhr ging es los nach Passay in Manila zwecks Freiwilligentreffen. Also mit 19 Mann/Frau in einen Van gequetscht (ungefähr so groß wie unsere schwarze Karre) und los. Nach 2 stunden sind wir in der Pangarap Foundation in Passay angekommen, haben dort mit Felix (ein anderer DED volunteer) und den anderen Menschen da den Vormittag verbracht.
Mittags um 2 dann ein Taxi zum DED Office genommen. Um die Zeit in Manila ein Taxi zu erwischen gestaltet sich oftmals als schwierig. Die Straße ist ultra voll und die Taxis (oder Taxen) auch. Nachdem ich jetzt 2 Wochen nicht mehr in Manila war kamen mir die mit M16 und Shotguns bewaffneten securitys, die breitbeinig und mit dem Finger am Abzug, 2 Köpfe unter mir vor den Kaufhäusern standen wieder sehr strange vor.
Haben also im DED Office großes Wiedersehen gefeiert Kaffe (Echten Kaffe!! So mit Bohnen und so!) getrunken und über unsere Projekte diskutiert. Das machen wir jetzt so alle 2-3 Wochen.
Dann zurück Nach Paliparan zusammen mit Rod, dem sozial worker für die “Youth” also Kids bis 16. Er hat uns dann Spontan bei sich zum Abendessen eingeladen.
Dort angekommen (er wohnt ca 10 mins Tricycle fahrt von uns entfernt) haben wir Horrorfilme gesehen, gefuttert vieeel Bier getrunken und uns unterhalten. Seine Frau hat kurz in Holland Psychologie studiert und auch rod kennt sich ganz gut mit Europa und Deutscher Geschichte aus. Früher war ein Metal hörender Aktivist und heute hört er Lovesongs xD Wie auch immer die beiden haben uns kurzerhand eingeladen bei Ihnen zu übernachten. Gesagt getan und ins Bett gefallen. Heute morgen dann mit Rod im Regen zur Arbeit.
Eine Geschichte von Reichen Familien und Philippinischer Konfliktlösung:
Hundert mal, Tausend mal und auf jeden Fall ziemlich oft wurde uns gesagt dass hier alles über Beziehungen und Bekanntschaften läuft. Mindestens genauso oft haben wir gehört, dass Philippinos/nas es niemandem direkt ins Gesicht sagen, wenn sie ein Problem mit ihm haben. Es läuft irgendwie über Dritte. Das führt einerseits dazu, dass alle supernett und freundlich sind. Beispielsweise laufe ich mit ner Tüte Bananen über die Straße und irgendjemand, den ich noch nie gesehen hab ruft mir lächelnd hinterher “Ahhh Masarap Sagin!” (Ah lecker Bananen oO). Dass Menschen mir so begegnen ist zwar ganz nett, bringt mir im Alltag allerdings meistens herzlich wenig. Auch kann es zu unangenehmen Fettnäpfchen führen. Wer z.B. jeden tag in Kurzer Hose und Flipflops in seinem Bürojob erscheint, wird das auch wenn es eventuell nicht gern gesehen wird (wird hier glaub ich unterschiedlich gehandhabt) wahrscheinlich eine Zeit lang weiter tun, weil niemand ihn darüber aufklärt.
Eine andere Sache ist das mit den Reichen Familien:
Uns wurde gesagt, dass 50% des BIP von 15 Familien oder Clans kommen.
Ich hab euch ja erzählt dass wir in der ersten Woche in Manila für umme in sonen Edelclub gekommen sind und alles ausgegeben bekommen haben. Und zwar weil dieser Club 2 reichen Typen gehört, die mit Ehemaligen DED Freiwilligen dicke waren.
Dazu die Story: Ein Freiwilliger aus dem letzten Jahr (weiß nicht von welcher Orga) saß hier bis kurz vor seinem Abflug im Knast. Ich weiß nicht wer und ich kenn ihn auch nicht. Ich weiß nur, dass er sich geärgert hat, weil er nicht auf einer Gebutstagsparty eines Mitglieds eben solch einer Familie eingeladen war. Kurzerhand hat er mit ein paar Kumpels einen Kasten Bier von der Party geklaut und irgendwo einen Phallus hingeschmiert, und Zack! Eingebuchtet xD
Also so wurde es mir von seinen Kollegen erzählt und ich bin nicht sicher wie wahr dieser Handlungsverlauf ist. Aber sicher ist, dass er im Gefängnis saß und glücklich vor seinem Rückflugtermin raus gekommen ist.
Soviel dazu ;)
Essen:
Manuel und ich haben uns geschworen jeden Abend ein bisschen zu trainieren, so Liegestütze und was dazu gehört. Bisher ziehen wir das auch Eisenhart durch, außer als wir krank waren. Gestern Abend haben wir uns glücklich angeheitert in die Kissen gelegt, und da hüpft er auf knipst das Licht an und sagt “Ich mach jetzt 20 Liegestütze”. Ich werd nicht mehr… naja da musste ich natürlich mitmachen, wer am Ende des Jahres mehr Tage ausgesetzt hat verliert. Ok normalerweise besteht das Workout aus etwas mehr, aber gestern um 2 Uhr nachts waren auch die 20 Teile qualvoll.
Wir kochen Abends jetzt oft selber. Brother Nald hat uns 2 Philippinische Gerichte beigebracht, die einfach sind und Super schmecken. Chicken Adobo und Chapsiu (oder so). Ersteres ist Chicken mit Sojasoße, Knoblauch, Zwiebeln, Roten Chilis, Essig und Sprite, letzteres Milchfisch (wohl der Nationalfisch hier, Superlecker aber viele Gräten) in Essig gekocht mit Grünen Chilis, roten Zwiebeln, grobem Knoblauch, und Ingwer. Zu beidem isst man natürlich Reis
Joggen:
Dauernd haben wir Menschen gefragt „Wo kann man hier vernünftig Joggen“?
Immer haben wir gehört „Nirgends, doch da gibt es einen Platz in der Nähe der Kirche wo man wohl in nem größerem Kreis halbwegs laufen kann.“ Wir konnten uns nie an so einen Platz erinnern. Naja letztens hat uns mal wer hingeführt. Wir standen vor der Kirche und unsere Begleitperson zeigt auf eine Art Kreisverkehr davor, voll mit Autos und Tricyceln, an dem wir schon X mal vorbei gelatscht sind und sagt „Hier ist es“.
Naja… also da kann man nicht Joggen^^ Der ist ungefähr so groß wie die „Footballwiese“ Am Osterholz und ungefähr so viel Befahren wie die Kaiserstraße.
Wie auch immer, die Suche wird nicht aufgegeben.
Urlaub:
Wir verbringen viel Zeit damit uns Bilder von anderen Inseln anzusehen und Urlaubstage zu Planen. Mit 3-4 Tagen, die wir uns freinehmen hätte wir mit dem Zwischenseimnar Weihnachten, Nicolaus Silvester und irgendnem Nationalfeiertag + Freie Wochentage den ganzen Dezember frei! Mal sehen ob wir das machen.
Demnächst diesen Monat geht es zumindest erstmal mit allen Mitarbeitern von allen 3 Pangarap Sitzen nach Quezon auf Ost Luzon an den Strand Schnorcheln, Essen und Trinken! Das machen die alles halbe Jahr für 3 Tage und es Kostet uns nichts weil praktischerweise RnR heißt (Rest and Recreation) und eine art Dienstreise ist ;)
Felix (der Pangarap Freiwillige in Passay) ist auch dabei.
Soo ich habe Fertig!
Gehabt euch wohl, so wohl wie ich mich fühle ;)
CYA
Quark