Am 8. war in einem sehr reichen Stadtteil von Manila ein Straßenfest, das “Mabuhay Germany” genannt wurde. Das sah ungefähr so aus: Jeder Deutsche der in den Philippinen lebt und einen vorzeigbaren Job hat hat dort in der Fußgängerzone einen Stand aufgestellt, an dem er sich und seine Arbeit vorstellt und sich die Festbesucher kleine Stempel auf einer Karte abholen können, mit der sie nachher irgendwas gewinnen können. Also der Sinn war, dass sich Deutschland irgendwie Vorstellt und den Philippinos/nas näher gebracht wird.
Neben Siemens, BMW und vielen anderen hatte der Deutsche Entwicklungsdienst auch einen Stand zusammen mit ein paar anderen NGO’s. An diesem sollte jeder Freiwilliger in und um Manila eine Schicht übernehmen und so sind Manuel und ich da am Freitag hingegurkt, Freitags kann man um Manila nämlich nicht fahren oder reisen oder sonstige Fortbewegungen vollführen die dem Leser Geschwindigkeit suggerieren, man kann nur gurken! Die Straßen platzen aus allen nähten, weil viele, in Manila arbeiten und übers Wochenende nach Hause fahren. Freitags Mittags ist es wirklich schwer ein leeres Taxi zu erwischen und dann noch einen Fahrer, der über volle Straßen fahren möchte. Die Taximeter laufen hier nämlich fast nur über Fahrtdistanz und das lohnt sich für die Fahrer in dem Ewigen Stop & Go nicht. Übrigens muss man generell jedem Taxifahrer beim einsteigen sagen, er solle doch bitte das Taximeter anstellen, ansonsten berechnen die was sie wollen. Gerne wird man daraufhin auch wieder rausgeschmissen, weil das Ding kaputt sei.
Nach 2 Stunden also (ungefähr doppelt so lang wie sonst) stiegen wir an einem Ort namens “Market Market” aus (die Philippinos lieben es anscheinend ein Wort zu nehmen, das gleiche Wort noch einmal dran zu Hängen und zu Behaupten es wäre ein neues Wort, vielleicht fällt euch das noch ein paar Mal auf) und hatten nach kurzem Suchaufwand und “Saan ang Highstreet” das Fest gefunden. Einfach unheimlich witzig! Normalerweise sieht man wirklich! wenige Ausländer, aber hier liefen so viele Deutsche rum. Naja irgendwie zu erwarten, aber es fühlte sich irgendwie so seltsam an. Also wir haben unseren Stand schnell gefunden. Ich durfte Besucher an einem Glücksrad drehen lassen, ihnen Quizfragen zum Thema Ökologie stellen oder sie ein Puzzle lösen lassen, dann tolle Preise ausgeben (so Preise halt wie man sie von so was kennt) Stempel verteilen und auf Plakate zum Thema Umweltschutz und Artenvielfalt aufmerksam machen. Verhaut mich für diese Stereotypisierung, aber Philippinos scheinen über keine besondere Begabung zum puzzeln zu verfügen.
Ich war jetzt also nicht mehr Gast im fremden Land, ich war Jetzt “zu Hause” und sollte den Besuchern mein Zuhause präsentieren. So oder so ähnlich sollte ich mich zumindest benehmen… sehr seltsam.
Das essen sollte typisch Deutsch sein, und das war es eigentlich auch, die Preise allerdings auch! Es gab z.B. ein paar Nürnberger mit Kartoffelbrei für 190 Pesos (ca 3,16€). Ein Franziskaner Hefeweizen kostete stolze 4,20€!! Als deutscher Pils Vertreter, war das Bier-Aushängeschild Öttinger in den Ring gestiegen, 3 mal so teuer wie das um Längen! bessere lokale San Muigelle… wie peinlich! Bier wurde leider nicht von den Verpflegungs-Spesen abgedeckt. ;)
Alles in allem war das Fest super interessant und die Leute die mit uns an dem Stand gearbeitet haben waren super nett und sind vielleicht mal für den ein oder anderen Abend zum weggehen zu haben. Leider hatte ich keine Kamera dabei.
Am Tag darauf durften wir um 5:30 aufstehen. Man wird hier als unerfahrener Deutscher ein ums andere mal Opfer der hier sogenannten “Philippino-time”.
Ich kann damit noch nicht wirklich umgehen. An diesem Morgen zum Beispiel saßen wir ca. ne Stunde vor der abgeschlossenen Tür im 4ten Stock, da wir uns um 6 dort einfinden sollten, der Rest aber später kam. Oft beginnen auch wichtige Seminare die um 9 beginnen sollten um 10 mit einem Snack usw.
Sowas führt dann dazu, dass man dieses Verhalten adaptiert und böse auf die Nase fällt, weil man doch pünktlich seien musste.
Nachfragen “Philippino time?” ist glaube ich ziemlich unhöflich. Am besten ist man einfach immer halbwegs pünktlich und bringt viel Geduld mit.
Apropos Geduld:
Die Menschen hier haben zwar Siesta und Philippino Time aber lieben Instant! Instant-Kaffee, Instant-Nudeln und Instant-Saft. Es gibt hier die geilsten Früchte der Welt (die Philippinen sind ganz weit oben beim Mangoexport) aber keinen Fruchtsaft! Jeder Mixt Wasser mit süßem Anrührpuder. Auch Kaffeemaschinen sucht man vergeblich.
Hmm also wie gesagt, am Samstag ging es früh los. Geplant war eine Parade durch Paliparan zum Thema Sicherheit für Kinder. Das war ein spannender Tag an dem Manuels und mein Prominentenstatus wieder einmal gefestigt wurde.
Es ging also damit los, dass wir um 7 Uhr morgens mit ein paar Hundert Menschen (geschätzt) 2 Stunden durch die Sonne, die an diesem Morgen wirklich heiß war, liefen. Manuel und ich vorneweg, denn wir durften ca 20 Jugendliche anleiten, mit denen wir vorher an ein paar Samstagen ein paar Rhythmen auf leeren Wassertrommeln eingeübt hatten.
Die Parade endete auf einem Basketballplatz. Dort Wurde ein Film gezeigt und wir durften mit ein paar anderen Kindern/Jugendlichen einen Tanz vorführen… ja einen Tanz… diese Art Tanz bei der man in die selbe Richtung blickend aufgereiht steht und zu emotionaler Musik performed… halt son Baumeister-Schlaffiesportkurs-Tanz. Wie auch immer, das lief auch ganz gut und für den guten Zweck und den tosenden Applaus (ohne Scheiß, die sind total ausgerastet!!) hab ich das gern gemacht ;) . Anschließend hat Manuel ein bisschen für die Kinder Gezaubert. Wer es noch nicht weiß: er kann zaubern^^ Also so im Anzug mit Stock und Hut zu Musik lustige rote Wattebäuschchen verschwinden lassen und überdimensionierte Stohalme aus Plastiktüten ziehen. Und ein paar wirklich! coole Kartentricks.
Noch ein paar Kleinigkeiten:
-Wir haben unseren ersten Flug gebucht. Nach Borakay mit ein paar anderen Freiwilligen über Halloween feiern gehen.
-Mein Zimmer und der Kindergarten wird von einer Wand getrennt, die unter der Decke nicht abschließt…. Da gibt es ein Kind das bringt mich Morgens wenn ich ausschlafen will sooo dermaßen auf die Palme! Ich höre grade Brother Nald singen.
-Wir verbringen viele Abende gemütlich mit Bier und den andern Mitarbeitern von denen einige so 20-25 Sind + ein paar Freunden von denen. Das sind die besten Abende hier!!
-Seit Anfang Oktober Leuchtet hier die Weihnachtsdekoration und in den Kaufhäusern laufen Weihnachtslieder.
-Es gibt kein besseres Gefühl als das, wenn man sich an einem Moskitostich kratzt!
-Es gibt kein schlechteres Gefühl als das, das man hat nachdem man sich an einem Moskitostich gekratzt hat -_-
-Ich hatte hier noch NIE Schuhe an! (Also nur Flippflops und selten Sandalen)
-Wir sind bei One Piece Folge 70
-Gestern haben wir geholfen T-Shirts für Ate Cell’s “Wahlkampf” zu drucken. Eine der Mitarbeiterinnen hier (oder so was wie ne Cheffin) tritt bei den Wahlen des Barangay Captains an.
-Hier spielen alle Schach. Also ich spiel hier bestimmt 3-4 Partien am Tag… wenn ich wiederkomme bin ich Profi ;)
-Keine Ahnung ob das wen interessiert, aber das hier ist ein toter Gecko... viel Spaß :) (Vergrößern lohnt sich)
Toter Gecko um 2:06 Uhr
Toter Gecko um 14:21 Uhr
Toter Gecko um 16:38 Uhr
Toter Gecko um 19:35 Uhr
So heute Abend steht nix an außer Red Horse und One Piece. Morgen schlaf ich aus! Für heute Nacht ist ein Taifun angekündigt.
Euch alles Gute!
Ich mag deine Einträge immernoch sehr :) xD
AntwortenLöschen- Die Geckobilderfolge ist ja faszinierend... Wobei ich es bereue, sie tatsächlich nach deiner Empfehlung vergrößert zu haben :D
Und es klingt alles ziemlich cool :) -Außer vllt die Moskitostiche und der Kindergarten direkt neben dir (Ich würde durchdrehen)... und der tote Gecko :( Der arme.
Hübsch hübsch BruderHerz, scheinst ja ne menge Spaß da zu haben und ne menge wenig zu arbeiten :-P
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