Eine kleine Abhandlung über meinen Job:
Mittlerweile habe ich einen besseren Eindruck bekommen, was die Pangarap Foundation hier so macht und wie ich dabei Helfe:
Einer der wesentlichsten Bestandteile der Arbeit hier sind die Gangs. Also nicht so Grundschulbanden, wie ich sie früher hatte, sondern so Jugendgangs eben.
Wer hier als Junge aufwächst, wächst fast zwangsläufig innerhalb einer Gang auf. Eben die Leute mit denen man Rumhängt. Ähnlich wie bei uns die Klicken.
Der unterschied hier ist, dass diese sogenannten Gangs sich meistens aus irgendeinem Grund gegenseitig nicht ausstehen können (keiner weiß so richtig warum, und wahrscheinlich macht es auch keinen Sinn... ich weiß es nicht). Und die Kids, die teilweise noch echt jung sind nehmen diese "Feindschaften" beängstigend ernst!
Es geht so weit, dass sie Schrotwaffen aus Wasserpumpen und Metallrohren improvisieren und damit teilweise mehr oder weniger geplante Schießereien unternehmen. Ich bin mir sicher, viele von den Jungs, mit denen ich hier zu tun habe, haben so einiges erlebt und ich möchte wirklich nicht drüber nachdenken, wer hier schon einmal jemanden umgebracht haben könnte... es ist etwas wo ich einfach nicht durchblicke... ich glaube keiner tut das.
Das Ding hierbei ist: Ich bekomme davon nichts mit! Manche Jung's erzählen mir dies und das, und oft merke ich, wie manche versuchen mich irgendwie in ihre Gruppe mit ein zu beziehen indem sie mir anbieten, ich solle doch einfach mal Nachts in ihr viertel hinter dieses und jenes Haus kommen und mit ihnen trinken und ihnen beim Tanzen zu gucken (die stehen hier auf so Straßentänze und Brakedance und sowas), aber zu mir ist bisher fast jeder nett und respektvoll und bisher habe ich auch keine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gangmembers gesehen, seien es nur Beleidigungen... irgendwie halten die das vor mir versteckt und regeln das still und heimlich untereinander.
Also zu Pangarap:
Der Sinn von einem Großen teil der Arbeit mit den Youthgangs ist es, unterschiedliche Gangmitglieder zusammen zu bringen und gemeinsame Aktivitäten zu starten. Es gibt einige Seminare (z.B. letztens zum Thema Sexuelle Belästugung) zu denen sie eingeladen werden (ich hab noch nicht ganz heraus gefunden, warum sie tatsächlich kommen... aber sie kommen) oder man schaut einen Film zusammen mit dem alle was anfangen können (vor ein paar Tagen "Streetdance").
Mein Job bei so etwas ist bisher gelegentliches Assistieren oder ich nehme einfach an dem Seminar (oder was auch immer) teil und unterhalte mich mit Jugendlichen... oder Spiele Lehrer wenn es heißt "entwerft ein Plakat auf das ihr schreibt, wie man Sexuelle Belästigung verhindern kann". Dann sitze ich bei den Youth's und sage "Ich glaube das hat Kuya Rod anders gemeint, denkt doch mal über blabla nach" wenn sie "Ich schaue gerne Pronofilme" auf das Plakat schreiben.
Vom Körperlichen Aspekt, sind wir hier mit 2 Freiwilligen gnadenlos überbesetzt, da alles auch einer schaffen könnte, aber je mehr hier sind desto besser. Z.B. hat vielleicht Manuel einen besseren Zugang zu bestimmten Youth's den ich nicht habe oder umgekehrt.
Mir wurde gesagt, dass die Anzahl der Youthgangs seit 2006 (als Pangarap hier angefangen hat) von 50 auf 20 Gangs gesunken ist (in einer Gang sind glaube ich so 10 - 20 Youth's).
Zu meinen Täglichen Aufgaben gehört außerdem:
-In der Bibliothek gegebenenfalls bei Hausaufgaben helfen oder English nachhilfe geben.
-Im Jugendzentrum (oder wie man es nennen will) zu "sein", wo alle immer eingeladen sind Billard oder Brettspiele zu spielen. Dort mache ich nichts anstrengendes.
-Zukünftig hoffentlich wieder im Childminding (Kindergarten) zu helfen
Übrigens waren letztens Barangay-Wahlen auf den Gesamten Philippinen. Üblicherweise macht man Wahlkampf, indem man sich einen Fahrer mietet, der mit Bildern von einem durch die Stadt gurkt und aus lauten Boxen (hier ist immer irgendwas laut) Musik spielt. Überall hängen Flyer und alle veranstalten Partys, aber vom Inhalt habe ich nicht viel mit bekommen.
Soooo viel getippt...
Machst gut!
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