21.9.10
Ich sitze auf meinem Bett und bin genervt.
Unsere Nachbarn haben in ihrem Hof eine Karaoke-Maschine aufgebaut und seit 10 Uhr morgens (wir haben jetzt 16:30) pilgern die schlechtesten Sänger und Sängerrinnen aus Cavite hierher um die Nachbarschaft mit schiefen Tönen aus lauten Boxen zu beglücken…. So kommt‘s mir jedenfalls vor. Nach jedem Lied, wenn die erreichten Punkte eingeblendet werden plärrt die Final Fantast „Kampf gewonnen Musik“ aus den Lautsprechern, welche bei mir seit ca. 3-4 Stunden keine nostalgischen Gefühle mehr auslöst… schade.
Naja.. Anderes Thema (oh mann singt die schief…) :
Also wir durften uns 2 freie Tage pro Woche aussuchen. Die Wochenenden sind dafür eher ungeeignet weil da die Kids kommen, die unter der Woche zur Schule gehen (die Karaoke-Maschine läuft wirklich ohne Pause!! Bisher folgte auf jedes Lied sofort das nächste). Wir haben uns erstmal Mittwoch und Donnerstag rausgepickt.
Zum „Straßen“verkehr:
Auf den Straßen hier sieht man fast nur öffentliche Verkehrsmittel. Das heißt Jeepneys
Und Tricyckles
Für uns sind das die einzigen Formen der Fortbewegung im Straßenverkehr (abgesehen vom Fußmarsch), aber man ist eigentlich immer gut angebunden. Achja Busse gib‘s auch, aber nur für weitere Strecken, so statt einer Bahn. Auf einem Tricycle sitzt man übrigens „Trommelwirbel“ zu fünft!
Zwei hinter dem Fahrer auf dem Bike und zwei im Beiwagen.
Die Jeepneys sind ein Überbleibsel der Amerikanischen Kolonialzeit. Ursprünglich sind es umdekorierte Ami-Militärfahrtzeuge. Mittlerweile werden sie nach altem Vorbild nachgebaut und sind wenn man so will typisch Philippinisch.
Die Art zu bezahlen find ich spannend. Man setzt sich einfach rein, kramt sein Geld raus, gibt es dem Sitznachbarn und sagt laut „Bayet“ oder so. Keine Ahnung was es heißt oder wie es geschrieben wird, aber es bewirkt, dass das Geld von Fahrgast zu Fahrgast weitergereicht wird. Ein Beifahrer vorne Sammelt es dann ein. Wer raus möchte ruft „Parra“ (Stop).
In einem Jeepney sitzen ungefähr immer 2-3 mehr als reinpassen.
Zum Essen:
Mittags essen wir mit den anderen. Meistens das, was für das „Feeding“ gekocht wurde. Reis + X.
Morgens und abends kaufen wir meistens was auf der Straße. Man muss nur vor die Tür gehen und kann superbillig und klassisch essen. Überall gibt es Chickenballs oder Fried Chicken (sehr beliebt hier sind frittierte Hühnerköpfe). Abends kaufen wir oft bei einem Stand direkt gegenüber. Reis und Soße mit Schwein und Gemüse für 74 Pesos. Ein Abendessen für 2 Personen
Für 1,30€.
Paliparan:
Paliparan besteht aus 5 Phases. Wir leben in Phase 2. Die meisten sind hier eher Arm und die meisten verdienen ihr Geld mit Tricyle fahren oder Essen anbieten.
Heute haben wir die Highschool besucht. Hier werden ca. 5000 Kinder in 3 Tagesschichten unterrichtet. In einer Klasse sitzen bis zu 150 Schüler/innen und die Lehrer unterrichten mit Mikrofon und Verstärker. Wenn wir an einem Klassenraum vorbeigekommen sind haben die Schüler (besonders die Schülerrinnen) wie wild angefangen zu Kreischen oO Man ist hier als weißer irgendwie Prominent. Dementsprechend unbeliebt haben wir uns wohl bei den Lehrern gemacht.
19:22Uhr
-_- Die Karaokemaschiene läuft…. Und läuft… und wieder höre ich den Final Fantasy Jingle und ich kann ihn nicht mehr ausstehen!
Wo war ich? Ahja, hier bilder von Paliparan:
Blick aus dem Fenster
Nochmal
Uuuund nochmal
Simba der Hofhund
Kackerlake
Übrigens war gestern das erste mal für 3-4 Stunden der Strom weg.
Es ist irgendwie seltsam wenn mit der Zeit der Laptop Akku schwindet und der Kühlschrank langsam abtaut.
Heute hatten wir einer Ameiseninvasion stand zu halten. Wir haben mit 2 Sprühdosen Insektengift dem Ansturm erfolgreich getrotzt.
Unsere Arbeit:
Uns wurde gesagt die ersten zwei Wochen sind erstmal zum Ausprobieren und anschauen gedacht. Die einzige regelmäßige Arbeit, die wir bisher haben ist der Kindergarten. Der Tag heute lief zum Beispiel so ab:
8:30- Aufstehen frühstück suchen (entweder hat irgendwer was vorbereitet oder wir braten ein paar Eier oder wir gehen Hamburger oder Spagetti Kaufen, hier ist man so was oft zum Frühstück)
10 Uhr- Eine Stunde mit den Kindern Malen und High Five einfordern/austeilen.
Für die kleinen bin ich „Kuja Gregor„. Kuja heißt großer Bruder. Im Prinziep „Onkel Gregor“
12 Uhr- Mittagessen und Siesta bis 14 Uhr
15 Uhr- In den vierten Stock laufen, wo angeblich Computerrunterricht stattfinden soll
15:30- Wieder runterlaufen, weil der Unterricht wohl irgendwie ausfällt/schon war/keine Ahnung
Rest des Tages- Einkaufen, Essen und ausruhen.
Ich glaube das war bisher der gammeligste Tag hier, aber Langeweile kam bisher nicht auf. Ich sitze hier auch gerne rum, schwitze und schau aus dem Fenster. Sonst wenn wir nichts zu tun haben ist immer wer da, der uns Tagalog beibringt, sonst waschen/einkaufen/unterhalten/schlafen, ich werde hier schnell müde.
Rumsitzen und Tagalog lernen
(Oh sie singen das erste Lied, dass ich kenne „In the End“)
Gut das reicht dann mal wieder. Ich freu mich übrigens über E-Mails ;)
Sie singen immer noch. Jetzt seit 10 Stunden ohne Pause… beeindruckend. Manu summt grade den Jingle mit…
Ich versuch demnächst mal Videos von ner Tricycle Fahrt rein zu stellen.
Macht‘s Gut!
http://www.youtube.com/watch?v=dy5eGK026HE&feature=related
AntwortenLöschenjojo zum nachfühlen... das is das gedudel von final =)=)