Ich stehe mit zwei Rucksäcken über der Schulter in Alabang in einer Tiefgarage und sehe mich um. Es ist schon dunkel, Mein Handy Akku ist leer und ich habe keine Ahnung wie spät es ist. Vor mir stehen ca. 30 Jeepneys in Reih und Glied, vor ihnen einige Blau gekleidete Männer, die mir aufgeregt zuwinken und mich fragen "Where are you going Sir?" Ich warte bis Manuel von der Toilette wiederkommt, gebe ihm seinen Rucksack und wir schlendern in Richtung der Jeeps. "GMA Cavite?" sagen wir einem der Uniformierten und er zeigt uns den Richtigen Jeep. Beide Sitzreihen sind brechend voll, sie sind parallel zur Fahrtrichtung angeordnet und im Fußraum zwischen ihnen liegt ein gigantisches längliches Paket. Ich quetsche mich irgendwo halb auf einen Schoß und das Gefährt setzt sich knallend und stotternd in Bewegung.
Meine Füße berühren nicht den Boden, da der Platz zwischen dem Paket und meinem Sitz nicht für meine Beine reicht.
Etwas kratzt mein Linkes Bein und ich sehe, dass links neben mir ein Baby konzentriert versucht eine Chipstüte zu öffnen. Es sitzt auf dem Schoß einer Frau, vielleicht 30, vielleicht älter. Ich frage sie ob sie auch bei GMA aussteigt und ob sie mir bescheid sagen könnte wenn wir dort ankommen, da ich es nicht erkennen würde. Sie erklärt sich freundlich einverstanden und fragt mich wo ich hin möchte. "Paliparan." , sage ich ihr. Ich muss in GMA einen weiteren Jeep nehmen.
Wir fahren weiter. Ich bin zu groß um aus dem Fenster zu schauen, deshalb begutachte ich die Dekoration, die vor der Windschutzscheibe baumelt und dem Jeepneyfahrer die Sicht nimmt... größtenteils Metallkreuze. Ich schaue mich im Jeep um und eine Sekunde frage ich mich, was bei einem Unfall mit dem Rucksack passieren würde, der von dem Kerl ganz hinten im Jeep festgehalten wird, und was wohl der TÜV hierzu sagen würde. Jemand ruft "Parra po! (stop)" Wir halten und einige steigen aus. Manuel fragt einen Mitfahrer "Is this already GMA?" Die Frau neben mir bemerkt das, begreift, dass wir zusammen unterwegs sind und tippt mir auf die Schulter: "You just follow me ok?"
Einige Minuten später hat das Baby eine feuchte Windel und wird auf dem Schoß neben mir gewickelt. Ich halte den Mülleimer auf.
Wir sind da und steigen aus.
Wir waren schon einmal hier und ich frage Manuel "Erkennst du schon was?"
Die Frau mit dem Baby läuft vor und wir sollen ihr Folgen obwohl wir sie nicht darum gebeten hatten uns den Weg zu zeigen. Ein Mann am Straßenrand sieht uns und ihm fallen einige englische Wörter ein: "Hey Joe, What's your problem? Where are you from?" Ich glaube nicht, dass er eine Antwort möchte und so tue ich mal so als könnte ich kein englisch und gehe weiter.
Wir erkennen den Ort wieder und wissen wo wir hin müssen, also bedanken wir uns vielmals und erklären dass wir den Weg ab hier alleine finden. Ca eine Stunde später sind wir zu Hause und ich freue mich darauf gleich an meinem Laptop zu sitzen, weil ich die Idee habe einen kleinen Teil des Jeeptrips in diese Form zu tippen ;)
Hier ist es schwer unter den vielen Einflüssen unterschiedlicher Kulturen eine moderne "Philippinische Kultur" aus zu machen. Vielleicht ist es typisch Philippinisch, dass kaum etwas typisch Philippinisch ist. Eben wie Jeepneys. Es sind alte Militärfahrzeuge aus Amerikanischer Kolonialzeit (habe ich das nicht schon mal erzählt?) die mittlerweile "Philippinisch" geworden sind und hier fleißig nachgebaut werden. Dazu kommt soviel Dekoration innen und außen wie drauf und rein geht!
Auf dem Kühler prangt oft ein dicker Mercedesstern (ich glaub einfach weil er fett aussieht) und viel anderer metallener und bunter Krimskrams. Vieles ist mit Motiven und/oder Flaggen Lackiert und ich habe auch schon den ein oder anderen Reichsadler + Haken-Kreuz entdeckt. Hmm... also auf jeden Fall werde ich die improvisierte Art zu Reisen als Typisch für meinen Aufenthalt hier im Gedächtnis behalten. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der einen überblick über das öffentliche Verkehrsnetz hier hat. Aber wenn ich einen Busfahrer frage "Wie komme ich nach da und da" kann er mir eigentlich immer sagen "Erstmal da und da hin und dann irgendwie weiter". Es gibt eigentlich immer mehr als genug Ansprechpartner und so komme ich bisher super aus! Ich finde das spannend und witzig :D
Manila:
Donnerstag hatten wir wieder ein treffen der Luzon-Freiwilligen in Manila bei unserer Mentorin Brigitte zu Hause. Wie immer haben wir uns über unsere Einsatzplätze ausgetauscht und organisatorisches geregelt. Anschließend haben wir alle zusammen Gekocht: Spätzle mit Zwiebelrostbraten! Sie hat auch einen Pool den wir nachher benutzen konnten.
Wir Luzon Freiwillige verstehen uns sooo hammer gut!!!
Ein Teil der Luzon Crew
Heiße Quellen:
An zwei freien Tagen sind Manuel und ich zusammen mit Sascha und Fabian (den St. Cruz Fußball-Freiwilligen) nach Laguna gedüst um uns einige der zahlreichen heißen Quellen dort zu Gemüte zu führen. Wir haben dort eine Nacht in einem Resort verbracht und es gibt kaum mehr zu sagen als dass es umwerfend war! Ich war selten (oder überhaupt schon mal?) an einem so schönen Ort. Mitten im "Dschungel" hat da jemand ein paar Hütten hin gesetzt und mit ein paar Steinen und Kies einige Pools gebastelt um das badewannenwarme und glasklare Quellwasser auf zu fangen.
Wir sind SOO ausgeflippt
Als wir das hier gesehen haben!!
Entspannt
Wasser macht Glücklich...
...und Glücklicher!
Zur Erinnerung: Das Wasser ist WARM!
Füße
Witzig war auch:
Wir haben gefragt ob die Quellen auch nachts geöffnet haben und die Antwort war "Ja, 24 Stunden!"Zwei Quellen waren von der Hütte aus gut zu erreichen, aber es sollte wohl tiefer im Wald noch einen Pool und eine Attraktion namens "Hidden Waterfalls" geben. Wir also losgestiefelt auf dem Halbwegs begehbaren Steinweg. Tiefer und tiefer in den Wald... dunkler und dunkler und Tiefer. Und wir hatten schon etwas Schiss, waren aber abenteuerlustig. Dann: *Raschel Raschel* Fabian: "Ahh da is was im Gebüsch!" Plötzlich haben wir alle Bilder von Gorillas und Riesenschlangen im Kopf hoppeln wie ängstliche Häschen den Weg zurück zu Licht und einigen Angestellten.
Wir haben dann jemanden gefragt, ob das denn der richtige Weg zu den Hidden Falls wäre. Die antwort war ungefähr: "Oh Hidden Falls close at 5pm! Many snakes! very dangerous!!"
Danke, dass wir auch informiert werden :D
Auf dem selben Irrweg am nächsten Tag
Großer Baum
So sahen dann die Hidden Falls aus
Soweit haben wir aber alles überstanden und mir geht es so gut wie selten zuvor!
Alles ist super! Tschüss!
tja was soll man sagen - *neid*
AntwortenLöschenjunge junge... da geht er ab!!=) so musset!
AntwortenLöschengerade wünschte ich auch dagewesen zu sein!
AntwortenLöschenIch will auch da hin :)
AntwortenLöschenLieber Cousin, leider haben wir keine Mailadresse von dir deshalb auf diesem Wege: Im Namen meiner ganzen Familie wünsche ich dir einen tollen Geburtstag und Gottes reichen Segen für das nächste Jahr. Dass du im kommenden Jahr viel erlebst und lernst.
AntwortenLöschenViele Grüße aus dem verschneiten Leipzig,
Jano & co.